Wenn Sie zu lange mit dem Austausch abgenutzter Reifen warten, kann Sie das Traktion, Kontrolle und sogar Ihre Sicherheit kosten. Hier erfahren Sie, wie Sie anhand von Profiltiefe, Alter, Zustand und saisonalen Anforderungen erkennen, wann es Zeit für einen Wechsel ist.
Profiltiefe: Sollten Sie bis zum gesetzlichen Grenzwert warten?
In den meisten europäischen Ländern beträgt die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe für Pkw-Reifen 1,6 mm, doch können die Vorschriften für Reifen für den schweren Einsatz und Winterreifen abweichen. Die 1,6-mm-Regel gilt für alle straßentauglichen Reifen, auch für Reifen an Anhängern, Wohnwagen und Zugfahrzeugen.
Für Spezialreifen im Gelände empfehlen wir eine genauere Sichtprüfung nach sechs Jahren und einen Wechsel spätestens zehn Jahre nach dem Herstellungsdatum.
Wie man die Profiltiefe überprüft
- Verwenden Sie einen Profiltiefenmesser für eine genaue Messung.
- Einige Reifen haben integrierte Verschleißanzeiger in Form von erhabenen Linien in den Rillen. Wenn diese bündig mit der Lauffläche abschließen, ist es Zeit für einen Austausch
Tipp
Nach einer kürzlich erfolgten Änderung der EU-Verordnung Nr. 117 müssen Reifenhersteller nun nachweisen, dass ihre Reifen auf nasser Fahrbahn noch gut haften – selbst wenn sie bis auf 1,6 mm abgefahren sind. Dies trägt dazu bei, ein sicheres Bremsen während der gesamten Lebensdauer des Reifens zu gewährleisten.
Alter: selbst gut aussehende Reifen können weniger sicher sein
Ihre Reifen altern, auch wenn Sie nicht viel fahren. Gummi wird mit der Zeit härter und verliert an Haftung und Flexibilität. Die meisten Hersteller und Sicherheitsorganisationen empfehlen, die Reifen alle 6 bis 10 Jahre zu ersetzen, unabhängig davon, wie sie aussehen oder wie tief das Profil ist. Einige empfehlen auch, unbenutzte Reifen nicht mehr in Betrieb zu nehmen, wenn sie älter als sechs Jahre sind.
So überprüfen Sie das Reifenalter von Straßenreifen
Bei den meisten Reifen finden Sie das Herstellungsdatum auf der Seitenwand. Straßenreifen verfügen über einen vierstelligen DOT-Code, der die Produktionswoche und das Produktionsjahr angibt (z. B. „2719“ bedeutet die 27. Woche des Jahres 2019).
Überprüfung des Reifenalters bei Spezialreifen
Die meisten für den Straßenverkehr zugelassenen Spezialreifen (Landwirtschafts-, Industrie-, Rasen- und Anhängerreifen) haben einen vierstelligen DOT-Code auf der Seitenwand. Bei Reifen, die nicht für den Straßenverkehr zugelassen sind, wie z. B. Reifen für Schubkarren, Rasenmäher oder Gabelstapler, ist das Datum jedoch nicht immer klar ersichtlich. Wenn Sie die Seitenwände überprüfen und kein Datum sichtbar ist, können Sie sich mit der Serien- oder Chargennummer an den Hersteller wenden.
Abnutzung und Schäden: Nicht nur auf das Profil achten
Probleme mit Spur oder Achsgeometrie, ein zu hoher oder zu niedriger Luftdruck sowie unwegsames Gelände können zu ungleichmäßigem Verschleiß und Reifenschäden führen. Wenn Ihr Reifen ungleichmäßig abgenutzt ist, muss möglicherweise die Ausrichtung oder der Druck korrigiert werden. Wenn Ihr Reifen Risse, Beulen oder Löcher hat, sind dies Anzeichen dafür, dass Sie einen neuen Reifen benötigen.
Achten Sie auf diese Anzeichen, dass es Zeit ist, die Reifen zu ersetzen:
- Risse in der Seitenwand oder zwischen den Laufflächenblöcken
- Beulen oder Blasen, insbesondere nach schweren Lasten oder Bordsteinkantenschlägen
- Einstiche oder Ausbrüche (häufig bei Offroad- und Industrieanwendungen)
- Alterungsrisse oder Witterungsschäden, insbesondere bei älteren oder längere Zeit gelagerten Reifen
Verlängern Sie die Lebensdauer Ihrer Reifen:
Prüfen Sie den Druck monatlich – zu niedriger oder zu hoher Druck verkürzt die Lebensdauer des Reifens.
Ein regelmäßiges Umsetzen der Reifen zwischen den Achsen kann sinnvoll sein, wenn sich die Reifen aufgrund von Lenkung, Beladung oder Geländeeinsatz ungleichmäßig abnutzen. Dies gilt insbesondere für Maschinen, die häufig auf hartem Untergrund eingesetzt werden oder bei denen eine Achse dauerhaft stärker belastet wird.
Vernachlässigen Sie Spur- und Fahrwerkskontrollen nicht – insbesondere nach starken Stößen oder regelmäßigem Geländeeinsatz.
Saisonaler Reifenwechsel: Wechseln Sie Ihre Reifen rechtzeitig
Wenn Sie in Regionen leben, in denen das Wetter kalt oder eisig wird, sorgt der Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen für bessere Leistung, Haftung und Langlebigkeit. Und manchmal ist es illegal, dies nicht zu tun.
In Deutschland und Schweden müssen Pkw-Winterreifen bei winterlichen Straßenverhältnissen (Schnee, Eis, Schneematsch oder Frost) beispielsweise das 3PMSF-Symbol (Three Peak Mountain Snowflake) tragen. In Schweden gilt dies auch für Anhänger und Wohnwagen.
Tipp:
- Wechseln Sie auf Winterreifen, wenn die Temperaturen dauerhaft unter 7 °C fallen.
- Lagern Sie Ihre Reifen außerhalb der Saison an einem kühlen, trockenen und vor Sonnenlicht geschützten Ort.
Sicher unterwegs – jederzeit die Kontrolle behalten
- In den meisten europäischen Ländern beträgt die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe für Pkw-Reifen 1,6 mm. Wir empfehlen jedoch, Ihre Reifen bei einer Profiltiefe von etwa 3 mm zu wechseln, vor allem, wenn Sie häufig bei Nässe fahren.
- Bei Geländereifen und Spezialreifen empfehlen wir Ihnen, diese zu wechseln, sobald Sie anfangen, Grip und Traktion zu verlieren.
- Ersetzen Sie Ihre Reifen alle 6-10 Jahre, unabhängig von ihrem Aussehen oder der Tiefe des Profils.
- Bei ungleichmäßigem Reifenverschleiß sollten Spur und Luftdruck überprüft werden.
- Risse, Ausbeulungen oder Beschädigungen sind deutliche Anzeichen dafür, dass ein Reifen ersetzt werden sollte.
- Prüfen Sie den Druck monatlich – zu niedriger oder zu hoher Druck verkürzt die Lebensdauer des Reifens.
- Setzen Sie die Reifen etwa alle 10.000 km zwischen den Achsen um, wenn die Maschine häufig auf hartem Untergrund eingesetzt wird oder einzelne Achsen dauerhaft höheren Belastungen ausgesetzt sind.
- Wechseln Sie auf Winterreifen, wenn die Temperaturen dauerhaft unter 7 °C fallen.







